Transport-Rückblick 26/2021

Die TSL-Branche ist ein wahres Universum, in dem so viel geschieht, dass man eine 24-Stunden-Live-Übertragung bräuchte, um auf dem Laufenden zu bleiben. Deshalb versuchen wir in unserem zyklischen Rückblick über das zu sprechen, was wirklich wichtig ist; wir präsentieren interessante Informationen, Kuriositäten, Sensationen und bringen die Veränderungen, die im Gesetz stattfinden, näher. Diese Woche schreiben wir u.a. über neue Investitionen, die den Verkehr auf Nationalstraßen verbessern sollen und über das verrückte Manöver eines Truckers in Italien.

 

Landesstraße DK10 wird durch eine „Expressstraße” ersetzt

Das sind gute Nachrichten für alle Autofahrer. Es wurde der Bau einer neuen Straße geplant, die den Osten mit dem Westen Polens, genauer gesagt die östliche und westliche Grenzen unseres Landes verbinden wird. Sie wird nach dem Expressstraßenstandard gebaut und eine schnelle und sichere Fahrt zwischen Stettin und Warschau ermöglichen. Bisher wurden nur wenig beeindruckende Abschnitte (ca. 63 km) dieser lange geplanten Investition fertiggestellt. S10 wird Stettin und Naruszewo in der Woiwodschaft Masowien verbinden. Aber Transitfahrer werden die Grenze zu Litauen problemlos erreichen können, denn die S10 soll an den Knotenpunkt S5 in Nowe Marzy (Woiwodschaft Kujawien-Pommern) anschließen. Autofahrer, die Richtung Osten fahren, werden die S7 nach Ostróda, dann die S51 nach Olsztyn, die S16 nach Ełk und die S61 zur Via Baltica nutzen können. Die Zukunft sieht vielversprechend aus und die Arbeit an vielen Abschnitten ist vorangekommen – bisher in Bezug auf das Sammeln der Dokumentation. Man muss sich noch gedulden. Der Abschluss der Investition ist für 2028 geplant.

 

Die Autobahn zwischen Warschau und Łódź wird erweitert

Eine ebenso wichtige Information über Infrastrukturinvestitionen, die in den letzten Tagen erschienen ist, betrifft der Erlass eines Umweltbeschlusses über den Ausbau der Autobahn A2 zwischen der Hauptstadt Warschau und Łódź. Es bedeutet einen anstehenden Ausbau, bei dem die Fahrbahnen in beide Richtungen führenden um eine zusätzliche Fahrspur erweitert werden. Der Ausbau wird einen 89 km langen Abschnitt betreffen. Noch in diesem Jahr wird eine Ausschreibung zur Auswahl eines Auftragnehmers veröffentlicht. Das Projekt sollte Anfang 2022 fertig sein (die Investition wird nach dem „Entwerfen und Bauen”-Prinzip durchgeführt), und im Jahr 2026 sollten Fahrer eine dreispurige Strecke (vierspurige zwischen Konotopa und Pruszków) nutzen können. Dadurch soll der Verkehr auf diesem am stärksten befahrenen Abschnitt der Autobahn entlastet werden. Straßenbaubehörden verbergen jedoch nicht, dass man sich auf ernsthafte Erschwernisse einstellen muss, bevor es gut wird.

 

Ein teures Lkw-Fahrmanöver

Der Fahrer dieses Fahrzeugs wird diesen Moment bis zum Ende seines Lebens nicht vergessen. Ein Trucker, der auf der italienischen Autobahn Richtung Frankreich fuhr, machte bei der Ausfahrt einen Fehler, und als er ihn merkte, wollte er ihn auf riskante Weise korrigieren. Ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer, beschloss er, vor der Mautstelle auf der Autobahn A5 in der Nähe von französischer Grenze zu wenden. Entgegen der Fahrtrichtung fahrend legte er ca. 1 km zurück. Dann landete er in den Händen der Polizeibeamten. Seine verrückte Geisterfahrt wurde gefilmt, und Informationen über sein unvernünftiges Verhalten machten Schlagzeilen in europäischen Zeitungen. Neben unerwünschtem Ruhm kann der Fahrer seine Berechtigungen verlieren. Ihn erwarten auch schwerwiegende finanzielle Folgen. Der Fall wurde vor Gericht gebracht, und es Gericht kann eine Geldstrafe verhängen, deren Obergrenze 37 000 PLN beträgt!

 

Das e-Toll-System wurde gestartet. Zweifel wachsen

Das von uns mehrfach angekündigte und beschriebene e-Toll-System wurde bereits eingeführt. Es funktioniert in der Übergangszeit parallel zur bisherigen viaTOLL-Lösung. Daher sind auf den Autobahnen A2 und A4 an den Mautstellen die äußerst rechten Fahrspuren für Fahrer bestimmt, die die oben genannten Systeme nutzen – auf Autobahnen sind es sowohl Fahrer von Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen als auch von leichten Lastkraftwagen. Die Idee ist, Staus zu vermeiden. Die linken Fahrspuren werden standardmäßig von den Fahrern genutzt, die das Ticket abholen und die Maut bezahlen. Es lohnt sich auch, die korrekte Registrierung des Fahrzeugs und das Ticket nicht zu vergessen – unabhängig davon, wie die Daten an das System (mobile Anwendung, OBU-Gerät, ZSL-System) übertragen werden sollen, da Nichtbeachtung schwere finanzielle Folgen haben kann. Für Personenkraftwagen beträgt die Strafe 500 PLN und für Lastkraftwagen 1500 PLN.

 

Ein tragischer Unfall mit einem Lkw

In Elżbietów (Woiwodschaft Masowien) passierte vor ein paar Tagen ein dramatischer Unfall mit einem Lastwagen. In einer Ortschaft in der Nähe von Sochaczew sind ein Lks und ein Pkw zusammengestoßen. Nach den vorläufigen Erkenntnissen, hat die Pkw-Fahrerin dem Lkw an der Kreuzung die Vorfahrt nicht gewährt. Ihr Skoda rammt mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Sattelfahrzeug mit Auflieger. Infolge des Unfalls starben 5 Menschen, darunter drei Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren, die im Pkw fuhren. Derzeit laufen Ermittlungen zum genauen Unfallhergang.

 

Eine Fähre für Polferries wird gebaut, aber… woanders?

Die Saga um den Bau einer neuen Fähre für Polferries dauert schon seit mehreren Jahren. Im Juni 2017 wurde in Stettin der Kiel für den Bau eines Schiffes für Polferries gelegt. Es sollte ein Meilenstein für die heimische Schiffbauindustrie und den polnische Reeder werden. Leider ist der Bau seitdem nicht vorangekommen. Die Politiker versichern jedoch immer noch, dass ein modernes RoPax-Schiff gebaut wird. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich der Ort, an dem die Fähre gebaut wird, ändert. Nach inoffiziellen Informationen soll derzeit über Danzig nachgedacht werden, wobei die Danziger Schiffsreparaturwerft ein möglicher Auftragnehmer wäre. Aus dem kürzlich veröffentlichten Bericht von NIK [polnische Oberste Kontrollkammer] geht hervor, dass die Durchführung einer ähnlichen Investition in Stettin von Anfang an unmöglich war. Der geplante Finanzierungsbetrag sollte auch unrealistisch sein. Heute sagt man in der Branche, dass der Bau von einer der Werft in der Dreistadt übernommen werden könnte. Die Fähre sollte jedoch nicht für Polferries gebaut werden, sondern für die Gesellschaft Polskie Promy. Nach dem Webportal trojmiasto.pl, sollen die Werften sogar ein Konzeptionsprojekt haben, und die mögliche Umsetzung würde etwa drei Jahre dauern. Man muss sich aber beeilen, unter anderem wegen neuer Emissionsbeschränkungen. Sie sollen in einigen Jahren in Kraft treten. Außerdem muss Polen die Vereinbarungen mit den schwedischen Partnern erfüllen, die den Hafen in Ystad für beträchtliches Geld modernisiert und auf die Bedienung von modernen, von Polen zu bauender Schiffe vorbereitet haben. Mehr Informationen aus der Fährbranche finden Sie HIER.

 

 

Quellen: rp.pl, Dziennik.pl, Pledge Times, PromySKAT

 

 

Kuba Zając