Transport-Rückblick 18/2021

Die TSL-Branche ist ein wahres Universum, in dem so viel geschieht, dass man eine 24-Stunden-Live-Übertragung bräuchte, um über alles auf dem Laufenden zu bleiben. Deshalb versuchen wir in unserem zyklischen Rückblick über das zu sprechen, was wirklich wichtig ist; wir präsentieren interessante Informationen, Kuriositäten, Sensationen und bringen die Veränderungen, die im Gesetz stattfinden, näher. In dieser Woche u.a. über die alarmierende Kategorie tragischer Unfälle mit Beteiligung der Fahrer von schweren Nutzfahrzeugen. Jedes Jahr sterben mehr und mehr Lkw-Fahrer wegen solcher Unfälle an unserer Westgrenze.

 

Immer mehr Tunnel in Polen

Zu den Alpenstraßen fehlt es uns in dieser Hinsicht noch einiges. Aber auch Investitionen, die bei uns getätigt werden, machen einen immer größeren Eindruck. In Polen werden zurzeit 9 Straßentunnel gebaut. Ihre Gesamtlänge beträgt ca. 14 km. Derjenige, der am meisten Eindruck zu machen verspricht, ist die im letzten Jahr gebaute an der S3 zwischen Bolków und Kamienna Góra. Er wird 2300 m lang sein, und der Abschluss der Arbeiten ist für das Jahr 2023 geplant.  Weitere beeindruckende Projekte sind: der im Bau befindliche Tunnel auf der Straße S19 (Abschnitt Rzeszów Süd-Babica – 2250 m), der im Bau befindliche 2 km lange Tunnel auf der Straße Zakopianka zwischen Reprawa und Skomielna Biała und die Verbindung unter dem Fluss Świna zwischen den Inseln Uznam und Wolin (1800 m). Dies sind jedoch nicht alle solchen Investitionen. In den folgenden Jahren wird mit dem Bau weiterer solcher Strukturen begonnen. Nach der Tagesyeitung “Rzeczpospolita“ sollen in den nächsten zehn Jahren mehrere Tunnel mit einer Gesamtlänge von 25 km entstehen.

 

Tarife im Straßenverkehr steigen trotz der Koronarkrise an

Laut den von Transport Intelligence und Upply vorgelegten Berichten hat die Pandemie die Straßentransporttarifen nicht wesentlich beeinflusst. Im ersten Quartal 2021 lag der Durchschnittspreis für den Transport auf den europäischen Straßen bei 1118 EUR. Dies entspricht einem Wachstum von 0,5 % gegenüber dem IV. Quartal. 2020. Bezogen auf das Jahr (I. Quart. 2020 und I. Quartal 2021) war ein Wachstum von 1,6 % zu verzeichnen. Demnach lag der Durchschnittspreis pro Kilometer von Januar bis März dieses Jahres bei 1,57 EUR, was einem Anstieg von 0,2 % gegenüber dem Vorquartal und einem Anstieg von 0,8 % im Verhältnis zum gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres entspricht. Fachleute blicken mit Zuversicht in die Zukunft, wenn es um die Entwicklung des Transportmarktes geht. Ihrer Meinung nach wird die Branche in der Post-Brexit- und Post-Covid-Realität immer besser zurechtkommen, was an den Tarifen auf einigen Strecken bereits gut sichtbar ist.

 

Umstände, unter denen es zu tragischen Unfällen mit Zugmaschinen kommt

In Bezug auf die Sicherheit scheint die allgemeine Situation auf den europäischen Straßen immer besser zu sein, doch sind viele Aspekte noch weiter zu verbessern und einige Kategorien von Ereignissen müssen Anlass zur Sorge geben. In Deutschland weist man darauf hin, dass Unfälle mit im Stau wartenden Lkw-Fahrern immer häufiger werden. Es handelt sich um Situationen, in denen ein anderes Fahrzeug mit Ladung auf die Rückseite eines in einer Autobahnschlange wartenden Lkw auffährt. So kamen in diesem Jahr bereits 30 Fahrer in Deutschland ums Leben. Dies bedeutet eine erhebliche Verschlechterung der Statistiken. Die Zahl der Berufskraftfahrer, die auf diese Weise getötet wurden, ist nämlich bereits um 30 % höher als im selben Zeitraum des Vorjahres. Unter den Opfern gibt es auch Fahrer aus Polen. Der Trans.info-Service gab an, dass bis zu 80 % der Opfer aller Unfälle mit schweren Nutzfahrzeugen in Deutschland unter diese Kategorie fallen. Leider verspricht dieses Jahr in dieser Hinsicht einen Rekord. Zu den Gründen für die steigende Zahl solcher Ereignisse gehören die zunehmende Verkehrsüberlastung, das Fehlen eines angemessenen Abstands und die mangelnde Konzentration am Steuer.

 

Die e-TOOL-Website wurde gestartet

Wichtige Information für alle Fahrer und Unternehmer. Eine Website, auf der Sie Ihr Fahrzeug für das neue Mautsystem anmelden können, ist bereits online verfügbar. Die von der Regierung in Betrieb genommene Plattform ist eines der wichtigsten Instrumente beim Übergang von dem bisher verwendeten viaTOOL-System zu dem neuen e-TOOL-System. Neben den notwendigen Informationen und der aktuellen Informationen über das System und dessen Umsetzung finden Sie dort einen Leitfaden, in dem in Schritten beschrieben wird, wie man sich auf die neue Lösung vorbereitet und wie die Rechner, die die Berechnung der Gebühr ermöglichen, funktionieren. Die Website wird in mehreren Sprachen verfügbar sein. Neben Polnisch und Englisch wird es auch eine deutsche, russische, weißrussische, ukrainische und litauische Version geben.

 

Gefährliche Situationen auf polnischen Straßen

Verkehrssicherheit ist etwas, für das es sich immer zu kämpfen lohnt. Das gestaltet sich leider in der Praxis unterschiedlich. Die ITD-Inspektoren hatten in den letzten Tagen alle Hände voll zu tun. Diesmal hinderten sie u.a. Fahrer von drei Fahrzeugen weißrussischer und ukrainischer Spediteure an der Weiterfahrt. In allen Fällen wurden bei den Kontrollen eklatante Mängel an den Geräten festgestellt, die die Sicherheit der Fahrer selbst und anderer Verkehrsteilnehmer gefährden. Im Anhänger eines Satzes fehlte die Hälfte der Bremsscheibe, in einem anderen war die Bremsscheibe gebrochen, in einem weiteren wurde ein vollständiger Reifenverschleiß festgestellt. Den Fahrern wurden Bußgelder auferlegt und gegen die Spediteure wurden Verwaltungsverfahren eingeleitet. Schwere Mängel wurden bei der Kontrolle von zwei Fahrzeugen aus Polen festgestellt. Ihre Fahrer legten Karten anderer Fahrer in die Fahrtenschreiber. Auf diese Weise versuchten sie, eine Überschreitung ihrer Arbeitszeit zu verbergen. Am ersten Maiwochenende stoppten ITD-Beamte aus den Inspektionen von Łódź und Wielkopolska 26 Fahrzeuge, die trotz des damals geltenden Verbots auf den Straßen erschienen.

 

P&O Ferries mit zusätzlicher Fähre auf der Strecke Dover-Calais

Brexit und der Rückgriff der Reeder auf alternative Lösungen bedeutet nicht, dass sich die Unternehmen von den Flaggschiffrouten von/nach Großbritannien zurückkehren. Im Gegenteil: Die Vertreter von P&O Ferries haben gerade angekündigt, den Service von Dover-Calais um eine weitere Fähre zu erweitern. Die Wiederherstellung des fünften Ro-Pax auf dieser Linie erfolgt Anfang Juni. Die 1993 gebaute Pride of Burgudy, die eine 1925 m lange Ladefläche bietet, kehrt tatsächlich auf die Route zurück, mit der sie seit Jahren verbunden ist. Die britische Reederei hatte zuvor die Anzahl der Schiffe auf der Linie aufgrund einer Krise, die durch die Covid-19-Pandemie verursacht wurde, reduziert. Die Entscheidung von P&O Ferries hängt mit der angekündigten Entstehung eines weiteren Unternehmens auf dieser Strecke und damit mit der Verschärfung des Wettbewerbs zusammen. Wir erinnern daran, dass wir ab Juni dieses Jahres, außer den seit langem tätigen Firmen DFDS und P&O Ferries, auf der Linie Dover-Calais auch Schiffe in den Farben von Irish Ferries sehen. Mehr Informationen aus der Fährbranche finden Sie HIER.

 

Quellen: rp.pl, trans.info,ti-insight.com, upply.com, Ministerium für Finanzen, GITD, Interia, PromySKAT

Jakub